Pädiatrische Pflege unter Druck: Spezialisierung wird zur Schlüsselfrage

Kinderkliniken schlagen Alarm, Fachverbände warnen und die Politik sucht nach Lösungen

Kinderkliniken schlagen Alarm, Fachverbände warnen und die Politik sucht nach Lösungen: Die Frage, wie pädiatrische Kompetenz künftig gesichert werden kann, entwickelt sich zu einer der zentralen Herausforderungen der Pflege. Warum die Antwort weit über die generalistische Ausbildung hinausgeht und welche Rolle spezialisierte Bildungswege dabei spielen, zeigt die aktuelle Entwicklung.

Generalistisch ausgebildet, pädiatrisch unterqualifiziert? Ohne Spezialisierung bleibt eine gefährliche Lücke!

Die Diskussion über die Zukunft der Kinderkrankenpflege wird immer drängender. Kliniken berichten von fehlenden Fachkräften, Verbände warnen vor Versorgungslücken und auch auf politischer Ebene wird intensiv darüber beraten, wie die notwendige pädiatrische Expertise langfristig gesichert werden kann. Im August 2026 machte der Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte erneut auf die Folgen des Personalmangels aufmerksam. Nach Angaben des Verbandes können einzelne Stationen bereits nicht mehr im erforderlichen Umfang betrieben werden, weil qualifizierte Pflegefachpersonen fehlen.

Im Zentrum der Debatte steht eine Entwicklung, die mit der Einführung der generalistischen Pflegeausbildung im Jahr 2020 begonnen hat. Die Zusammenführung der zuvor getrennten Ausbildungswege hat ein breites Fundament geschaffen und die Pflegeausbildung insgesamt modernisiert. Gleichzeitig wurde jedoch deutlich, dass insbesondere in der Pädiatrie ein wachsender Bedarf an gezielter fachlicher Vertiefung besteht.

Zwar kann die Ausbildung weiterhin mit dem Schwerpunkt Gesundheits- und Kinderkrankenpflege abgeschlossen werden. Tatsächlich wird diese Möglichkeit jedoch nur selten genutzt. Die Zahlen verdeutlichen die Entwicklung: Im Jahr 2024 entschieden sich rund 99 Prozent der Absolventinnen und Absolventen für den generalistischen Abschluss. Bundesweit erlangten lediglich etwa 280 Personen einen Abschluss mit Schwerpunkt Gesundheits- und Kinderkrankenpflege.

Damit rückt eine entscheidende Frage in den Mittelpunkt: Wie können Pflegefachpersonen nach einer generalistischen Ausbildung die besonderen Kompetenzen erwerben, die sie für die professionelle Versorgung von Kindern und Jugendlichen benötigen?

Genau hier zeigt sich die Bedeutung verlässlicher Spezialisierungsangebote.

Dass dieser Bedarf inzwischen auch institutionell erkannt wird, lässt sich an aktuellen Entwicklungen ablesen. So hat die Pflegekammer Nordrhein-Westfalen eine eigene Spezialisierungsweiterbildung für die Pflege von Kindern und Jugendlichen entwickelt und in ihre Weiterbildungsordnung aufgenommen. Begründet wird dieser Schritt ausdrücklich damit, dass generalistisch ausgebildete Pflegefachpersonen zusätzliche fachliche Kompetenzen benötigen, um in diesem spezialisierten Versorgungsbereich sicher und qualifiziert tätig zu sein.

Die BaWiG hat aus dieser Qualifikationslücke bereits einen Bildungsweg gemacht

Während vielerorts noch über geeignete Strukturen diskutiert wird, hat die BaWiG Bildungsakademie gemeinsam mit der Charité, Universitätsmedizin Berlin, bereits einen konkreten Qualifizierungsweg etabliert.

Der Spezialisierungslehrgang Pädiatrische Pflege wird seit Januar 2026 erfolgreich durchgeführt. Er richtet sich insbesondere an generalistisch ausgebildete Pflegefachpersonen, die ihre Kompetenzen für die Versorgung von Kindern und Jugendlichen gezielt erweitern möchten.

Das berufsbegleitende Konzept verbindet 320 Unterrichtseinheiten theoretische Ausbildung mit 1.260 Stunden strukturierter Praxis im eigenen Arbeitsumfeld. Vermittelt werden aktuelle Ansätze der pädiatrischen Pflege ebenso wie vertiefte Kenntnisse zur kindlichen Entwicklung, Physiologie, Krankheitslehre sowie zu akuten und chronischen Erkrankungen. Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf dem konsequenten Theorie Praxis Transfer. Die erworbenen Kenntnisse werden nicht losgelöst vom Berufsalltag vermittelt, sondern unmittelbar in die tägliche Versorgung integriert und dort angewendet.

Damit bietet die BaWiG genau das, was in der aktuellen Diskussion zunehmend gefordert wird: einen strukturierten Bildungsweg zwischen der generalistischen Grundausbildung und einer fundierten pädiatrischen Handlungskompetenz.

Dabei geht es nicht um ein Gegeneinander von Generalistik und Spezialisierung. Eine moderne Pflegeausbildung braucht beides, ein breites gemeinsames Fundament und verlässliche Möglichkeiten zur fachlichen Vertiefung. Gerade in einem hochsensiblen Versorgungsbereich wie der Pädiatrie sollte Spezialisierung keine Frage des Zufalls sein, sondern Teil einer nachhaltigen Personal und Kompetenzentwicklung.

Was bedeutet das für Ihre Einrichtung?

Welche Mitarbeitenden eignen sich für eine pädiatrische Spezialisierung? Wie lässt sich der Lehrgang sinnvoll in bestehende Personalentwicklungsstrategien integrieren? Und wie können Krankenhäuser und Pflegeeinrichtungen bereits heute auf steigende Qualifikationsanforderungen reagieren?

Prof. Dr. Wolfram Schottler, Geschäftsführer der BaWiG Bildungsakademie, steht Ihnen im Rahmen unserer Sprechstunde persönlich (online) für Fragen und den fachlichen Austausch zur Verfügung.

Nutzen Sie die Gelegenheit zum direkten Dialog und erfahren Sie, wie Sie pädiatrische Expertise in Ihrer Einrichtung gezielt aufbauen, fördern und langfristig sichern können.